Reckenfeld "Aktuell"Stand: November 2013Wie aus einem ehemaligen Munitionsschuppen aus dem Ersten Weltkrieg ein "Haus der Geschichte" werden sollSo hat alles angefangen: Für die Zwischenlagerung von Nahkampfmitteln (Nahkampfmunition) sollte zwischen dem Max-Klemens-Kanal und der Eisenbahnstrecke Münster-Rheine ein großes Munitionsdepot entstehen. Das entschied das Kriegsministerium in Berlin in einem Erlass vom 2. November 1916. Das Munitionsdepot mit dem Namen "Nahkampfmitteldepot Hembergen" wurde zwischen November 1916 und Mai 1919 gebaut. Bestandteil dieser riesigen militärischen Immobilie war auch der Munitionsschuppen mit der Nummer "3" im Einzeldepot C, um den es hier geht:Ein Ausschnitt aus der Vorgeschichte: Zeichnungen und FotosDie Bauausführung des Schuppens C 3 aus den Unterlagen des Bundesarchivs n Berlin
Der Schuppen C 3, der nicht mehr fertiggestellt werden konnte
Letzter Nutzer des bis dahin bewohnten Hauses, Lennestraße 17, war die "Tafel" der Caritas
Der Grundriß des Schuppens C 3 aus dem Jahr 1917 Quelle: Stadtarchiv GrevenÜber den Ablauf - aus einem ehemaligen Munitionsschuppen ein "Haus der Geschichte" machen zu wollen, wird sukzessive hier berichtet.Von 1929 bis 1972 wurde der Schuppen als Wohnung von den Familien Börger (3 Generationen) genutzt. Dann erfolgte der Verkauf an die Stadt Greven. Die neuen Bewohner waren u. a. Russlanddeutsche und Obdachlose und ab 2005 war auch die "Tafel" der Caritas in dem Gebäude. Weil ein Schimmelpilz in einem der Räume entdeckt wurde, räumte die Tafel das Haus und die Stadt Greven sah nun die Zeit gekommen, aus dem kleinen Grundstück Geld machen zu wollen - mit oder ohne Haus. Fazit der Verwaltung der Stadt Greven: Das Haus ist aus unterschiedlichen Gründen abzureißen! Das ist allerdings die schlechteste aller Lösungen, dachten sich mehrere Reckenfelder. Deshalb haben sich einige Männer unter der Federführung des "Reckenfelder Bürgervereins e.V." (ReBüVe) zusammengefunden, um in einer Projektgruppe (PJGR) den Erhalt und die zukünftige Nutzung des Schuppens zu gewährleisten. Die Projektgruppe hat am 17. Januar 2012 Bürgermeister Peter Vennemeyer ein "Grobkonzept" und am 6. März 2012 ein "Feinkonzept" vorlegt, die auf Bezirksausschusssitzungen vorgestellt wurden. Keiner der anwesenden Ausschussmitglieder war dagegen, dass der ehemalige Schuppen umgebaut bzw. umfunktioniert werden konnte, damit ein "Haus der Geschichte" entstehen konnte. Wie ging es nun weiter?Das Vorhaben musste nun in feste Strukturen eingebunden werden, sprich: zwischen der Stadtverwaltung und dem Reckenfelder Bürgerverein musste ein "Überlassungsvertrag" ausgehandelt und unterschrieben werden. Nach mehr als einem halben Jahr wurde (endlich) ein Pachtvertrag zwischen der Stadt Greven und dem Bürgerverein abgeschlossen, der ab dem 1. Oktober 2012 in Kraft trat. Erst jetzt konnte die Projektgruppe unter der Leitung von Ferdinand Mehl erste Gedanken, wie aus einem Schuppen ein kleines Museum werden kann, aufs Papier bringen, um daraus eine Projektbeschreibung und ein Nutzungskonzept entwickeln zu können. Des Weiteren war es unbedingt erforderlich, für den Umbau (Rückbau) und für die Einrichtung den Kostenrahmen aufzustellen sowohl für Anschaffungen als auch für laufende Betriebsausgaben. Nach mehreren PJGR-Sitzungen wurden die wesentlichsten Punkte festgelegt: Die Westfälischen Nachrichten als auch die Grevener Zeitung begleiten dieses Projekt. Hier finden Sie, was die Zeitungen geschrieben haben:Ein Bericht der Grevener Zeitung über den Historischen Radweg: |
Reckenfelder Engagement: Aktionen, Spenden und vieles mehr... | Firmen, die einen Teil ihrer Arbeiten bzw. Gewerke sponsern, werden hier genannt: |
Guter Erlös durch Verkauf der "Schuppenkruste": |
Die Steine und den Mörtel hat die Fa. JASTO Baustoffwerke, 56299 Ochterdung uns zum Selbstkostenpreis überlassen! |
Spende durch ein Straßenfest im Block C: |
Die Firma Theiselmann aus Hörstel hat den kostenlosen Transport ermöglicht! |
Karl-Heinz Brockkötter und Rosi Bechtel haben gespendet |
Den verbrauchten Dieselkraftstoff hat die Shelltankstelle Grohe, Emsdettener Landstraße gesponsert (rd. 80 €)! |
Der Überschuss aus der Wiederherstellung des Maibaumes kam dem Haus der Geschichte zu Gute |
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500-EURO-Spende bei der Aktion "Bäumebestricken" auf dem Dorfplatz: |
Der Vorstand der Kreissparkasse Steinfurt - Herr Brönstrup - sponsorte dieses Projekt im Dezember 2012 mit 1.500 EURO. Vielen Dank! |
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Unter dem Bretterboden sitzt ein Schimmelpilz |
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Ein Teil des Gebäudes ist unterkellert. Diese Unterkellerung führten der/die Besitzer selbst aus |
Vorderansicht zur Lennestraße, die zu Depotzeiten eine Gleistrasse war. Am damaligen Schuppen waren zur Gleisseite keine Fenster eingelassen. Über das Eingangstor (180cm breit, 200cm hoch) gelang man in den Schuppen |
Rückseite (Südansicht). Die Rückseite wurde ab etwa 1958 zum Eingang in das Wohnhaus umfunktioniert. Der Eingang von der Lennestraße wurde zugemauert und die Rampe abgerissen. |
Ostseite (ohne das zum Schuppen gehörende Fenster) |
Westseite (Das Fenster wurde 1927/1928 versetzt eingebaut) |
So sieht es innerhalb des Gebäudes aus, wenn man einen Zollstock anlegt... |
Einige der PJGR-Mitglieder und des Heimatvereins Greven bei der Arbeit im November 2012 |
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Wertvolle Schlackensteine aus Hochofenschlacke wurden freigelegt (Diese Klinker werden heute nicht mehr hergestellt) |
Der Chef der Projektgruppe: Ferdinand Mehl |
Irgendwie muss der Zementstaub weggespült werden. Womit? Natürlich mit Bier! Die Arbeiten werden wöchentlich fortgesetzt: |
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Das "Eingangstor" zur Wohnung |
Betondachbinder |
Dachbinder, Eisenbetonpfeiler und Schlackensteinwand |
Bimssteine und Dachbinder |
Staub und Dreck, wohin man schaut und was man anfasst. Selbst die Kamera reagiert darauf. |
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Der Putz muss runter |
Schlackensteine |
Samstag für Samstag treffen sich die Akteure am Schuppen und malochen |
Ständig vor Ort: Ferdi Mehl (Projektleiter), Wolfgang Klaus und Manfred Rech |
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Diese Schlackensteine sehen doch hervorragend aus, nachdem sie geputzt und abgeschliffen wurden. Die letzte Bearbeitung steht noch aus. Dann können sie als Fußboden zum Einsatz kommen |
Klaus Schwenken ist diesesmal mit dabei |
Kurz vor dem Jahreswechsel zu 2013 wurde noch einmal richtig zugelangt:
Ein Teil der Lüftungsklappen wurde bereits freigelegt |
Eine der vielen Lüftungsklappen von innen aufgenommen |
Schwemmsteine (obere - 5 Lagen), die Betondecke mit einer Querstrebe und zwei oben angebrachte Lüftungschlitze. All dieses ist noch so vorhanden, wie 1918 im Frühjahr gebaut! |
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Abriss an einem Samstag: Beide gemauerten Kamine und eine Zwischenwand. Wer war das? Schwenken, Klaus, Niepel und Hartlieb |
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Selbst der Winterdienst wurde eingehalten: Auf Deutsch: Schneeschieben, Fegen bei Minustemperaturen |
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Beton und blankes Eisen, alles aus dem Jahr 1918 |
Daniel Runde von der Firma Rettig wird für eine einwandfreie Stromversorgung im Ex-Schuppen sorgen. Ein Fachmann! |
Die Bimsteinwand (25 Zentimeter) im Original, so wie 1918 gebaut |
Steine säubern steht auf der morgendlichen Agenda im Schuppen. Hier Hans Bechtel |
Alles, was zu sehen ist, ist das Original aus dem Jahr 1918. Auch das vom Besitzer zugemauerte Schuppenfenster |
Daniel Runde installiert den Elektroanschluss |
Wo rohe Kräfte walten... |
Kurze Pause ist angesagt, bei dem Staub im Schuppen! |
Rudolf Wieskötter gehört nun auch zu den "Mauerspechten" |
Der vorletzten Klinkerwand geht es durch Klaus Schwenken an den Kragen |
Von der alten Toilette sind nur noch die Fliesen übriggeblieben |
Nach mehrwöchiger Pause: Lagebesprechung am 1.6. mit Ferdi Mehl (r) und Klaus Schwenken |
Der restliche Putz muss noch von den Wänden abgetragen werden. |
Die über dem ehemaligen Eingangstor befindlichen zwei Fenster werden durch Wolfgang Klaus freigelegt |
Klaus Schwenken stemmt hier das zugemauerte Fenster, das der Schuppen hatte, auf. Der Durchbruch wurde aus Sicherheitgründen noch nicht durchgeführt. |
Nach dem der Putz abgeklopft worden ist, werden an den Wänden und vor allen Dingen an der Decke Mängel sichtbar. Hier heißt es nun Abhilfe zu schaffen, damit die Traglast erhalten bleibt. |
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Parallel zu der Mängelbeseitigung, sind nun die Fenster dran. Heißt: Dort, wo die damaligen Fenster plaziert waren, werden sie nun auch wieder eingesetzt. Das jetzige Fenster (links) wird zugemauert und verputzt. |
Heinz Venker - links - (Schlossermeister), sein Betrieb liegt in der Bauerschft Herbern, wird die Fenster nach damaligen Muster bauen. |
Zwei Neue haben sich den Staubarbeiten beim Abschleifen der 100 Jahre alten Klinker verschrieben: Ludger Mussenbrock und Ludwig Hölscher |
Ludwig Hölscher und Ludger Mussenbrock sind im "Staub-Einsatz" am SCR-Sportgelände |
Manfred Rech, Ludger Mussenbrock und Ludwig Hölscher |
Ludwig Hölscher |
Für die beiden Fenster an den Seitenwänden müssen die Stürze gefertigt werden. |
Die Einschalungen sind fertig, der Beton wird von Hand gemischt. |
Dieter Brehme - gelernter Fachmann - hat die Fertigung "in die Hand" genommen |
Die durchgehende Wand ist dahin: Hier kommt das "neue" Fenster hin, wo es damals (1918) angelegt worden war |
Der Fensterdurchbruch zur Ostseite ist geschafft |
Von innen sieht das so aus. Dieter Brehme nimmt die Frischluft dankend an |
Wolfgang Klaus bei den "Öffnungsarbeiten" |
Der zuständige Redakteur des WDR3-Fernsehens sieht sich das Projekt an, welches ins Fernsehen "Lokalzeit Münsterland" kommen soll |
Am 14.11.2013 wurde nun auch das frühere Schuppen-Fenster zur Westseite durchstoßen |
Die gereinigten (abgesrahlten) Klinker wurden wieder abgeholt und in dem Keller des Hauses eingelagert |
"... Bitte nicht den Anhänger überladen, das könnte Probleme geben!" |
Das Betriebsgelände der Firma Josef BOLMER Spezialbau, 48268 Greven-Reckenfeld |
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