Metzgerei Anton Schmelter

Anni und Anton Schmelter wohnten im Zweiten Weltkrieg in Münster, hatten dort einen Metzgereibetrieb; sie aber Ausschaun nach einer neuen Wirkungsstätte.Und dabei kamen sie auf Reckenfeld und machten "Nägel mit Köpfen". 1943 stellten sie den Antrag zur Eröffnung eines Betriebes im Block D in Reckenfeld. Dem Antrag wurde stattgegeben. Das Wohnhaus mit dem Schlachtbetrieb entstand an der Grevener Straße 102.

1945 kam mit der Beschlagnahmung halb Reckenfelds durch die Alliierten eine mittelfristige Katastrophe auf die Menschen zu. Polen zogen ab dem 16. Mai 1945 in mehr als 130 Häuser ein. Und die Polen blieben. Nicht wie beabsichtigt für sechs Wochen, sondern für fast fünf Jahre!

War das - obwohl, die wirtschaftliche Lage sehr zu wünschen übrig ließ, eine Chance für den Metzerbetrieb? Wie aus Unterlagen des Grevener Stadtarchivs entnehmbar, hat der Schlachterbetrieb häufig für das Polenlager Fleisch- und Wurstartikeln geliefert. Für mehrere tausend Reichs- und Deutsche Mark.

Anton Schmelter, jun. dazu: "Meine Eltern haben Fleisch an die Engländer bei Schwöppe geliefert."

Für ca. 10 Jahre hat in dem Haus an der Grevener Straße 102 Herr Gaida die Metzgerei übernommen und geleitet.

Sohn Anton Schmelter übernahm den danach den ehemaligen elterlichen Betrieb, und als die Verkaufszahlen immer mehr sanken, stellte er sich um und verkaufte nur noch Pferdefleisch. Seine Frau Marianne stand ihm zur Seite und ab dann (1990) gab es (wieder) eine Pferdemetzgerei in Reckenfeld.

"Ich kann mich ärgern, dass ich nicht früher damit begonnen habe", so der Inhaber.

Schmelter verkauft das Pferdefleisch auch im eigenen Laden in Reckenfeld, macht jedoch sein Hauptgeschäft auf 16 Wochenmärkten. Mit drei Verkaufswagen sind Anton Schmelter, seine Frau Marianne und Sohn Peter von Montag bis Samstag unterwegs, unter anderem auf Märkten in Münster, Kamen, Lünen, Bergkamen, Ibbenbüren, Osnabrück und Witten-Herdecke.

"Zwei bis drei Tonnen Fleisch hat Anton Schmelter stets auf Lager und verarbeitet wird zu '100 Prozent reines Pferdefleisch'", wie Schmelter versichert. Geschlachtet wird ausschließlich im eigenen Betrieb, wo die Rösser anschließend zu Wurst, Sauerbraten und Rouladen verarbeitet werden.

Anton Schmelter und sein Sohn Peter, ebenfalls gelernter Fleischermeister, beziehen ihre Tiere von Züchtern, Hobbyreitern und Pferdehöfen. Dabei legt er besonders großen Wert auf die Tatsache, dass 'seine' Pferde ausschließlich aus Deutschland kommen und vor und nach dem Schlachten vom Amtstierarzt begutachtet werden.

Ein Zeitzeuge

"Das muss so um 1948/1949 gewesen, da hat mich meine Mutter zu Schmelter geschickt. Wir wohnten in C, und ich habe in einer Kanne frische und heiße Fleischbrühe kaufen können. Die Brühe hat ganz toll geschmeckt."

1943
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1950er Jahre.
1950er Jahre
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Das Vieh wurde vom Bahnhof bis zum Schlachthof
Schmelter an der Grevener Straße getrieben.
Gaida und Geselle Schmelter.
2007.
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1978.

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